Glosse: Mein Rückblick auf das “Anstoßen” des “Vorhabens der Unendlichkeit”

Schon lange Zeit lese ich auf einem großen deutschen Portal über PC-Spiele, mal mehr, mal weniger int’ressiert, gefangen zwischen dem Gewohnheitsspieler einerseits und dem harten Kern. Eine Diskussion ganz eigenen Maßstabes über die Intensität, welche man einem Spiel entgegenbringen will und vor allem einen auch erfüllt, also meistens Spass macht. Die großen Herausgeber, die der Maxime des Brötchens folgen – mehr Brötchen gleich bessere Brötchen – haben zusammen mit dem Verhalten oder der Kaufkraft des Königs Kunde zu einer ganz neuen Art des Herstellens von virtuellen Spielen geführt: dem „Anstoßen“.

So berichtete auch Spieler “für Spieler“ über eben jenes neueste „Vorhaben der Unendlichkeit“ und nannten als Quelle das „Amtsblatt der Unendlichkeit“, für und auf dessen Seiten ich hier nun auch schreibe. Ich selbst spiele leidenschaftlich gern Rollenspiele, ob nun am Tisch oder am PC, von DSA, in beiden Varianten mehrere, über den polnischen Hexer bis hin zu Niewinters Nächten. Der Plan der Unendlichkeit schien mir da, wie vermutlich vielen anderen, wie ein Leuchtfeuer der Kreativität und Intensität. Vor allem aber verkörperte es eine Hoffnung hin zum perfekten Spiel, besonders am Anfang, wo kaum etwas über eben jenes Projekt bekannt war.

Mein Kampagnen-Tagebuch

Der Stand der zusammengetragenen Begeisterung lag zu dem Zeitpunkt zwischen 1,8 und 2,2 Millionen Talern, als ich mich begann aktiver für das Ganze zu int’ressieren und auf den eigentlichen Seiten nach neuen Informationen zu suchen.Liste aller erreichten Bonusziele

  • Wie zum Beispiel das direkte Unterbreiten, dass man seine eigenen Modifikationen leicht unter die begeisterte Mitspielerschaft bringen wird können, polierte den erwarteten Edelstein ein wenig mehr.
  • Oder ein Spielerhaus – hoffentlich mehr als bei Drakensang – war sicher, das Herstellen und Verzaubern winkte. Beim polnischen Hexer selbst habe ich davon nicht gebraucht gemacht, aber Arcanum hatte einige nette Ideen: bitte mehr davon.
  • Schon bald kamen die Barbaren und Gedankenkünstler hinzu und es läpperte sich langsam hin zu 2,6 Millionen. Es erschien, als seien Paladine und die Chorknaben möglich, aber Herrn Ziets ins Boot zu holen wohl nur mit viel gutem Willen.
  • Der gigantische Kerker, mit seinen wenigen Ebenen, wirkte eher amüsant und kurzweilig. Denn, gemessen an bisherigen Erfahrungen, wie groß soll eine Ebene schon sein? Mittlerweile ist er stattlich, hat eine nette stimmige Beschreibung erhalten und macht vor allem neugierig, wie gut er eingefügt wird. Diablo-Manier oder doch etwas mehr?

Da war es dann nur noch eine Woche und die neuen Dehnziele wurden bekannt gegeben, nachdem sich die vorherigen dank angezogenem „Spenden“aufkommen zusammen geläppert hatten. Die Festung und die große, große Stadt Nummer 2. Was will man mit einer Festung? Einen Festungverteidigungsmodus als kleine Spielerei einbauen? Das Ego des ein oder anderen PC-Spielers, das besonders ältere Generationen manchmal eben jenem andichten, stärken? Die „zweite Stadt“ jedoch entfaltete auch für mich wieder jene Magie, die das Vorhaben von Anfang an hatte. Was für Möglichkeiten sich dadurch doch böten und die Erlebnisse erst!

Vor allem dieser enthusiastische Eindruck muss bei den meisten Unterstützern vorgeherscht haben, denn weder die für mich recht „Brötchen-orientierten Unterstützungserweiterungen“ – wie etwa besonders der Almanach oder 20 Taler Versandkosten – ließen die Begeisterung abflauen. Sie stieg eher noch an und erreichte über 4,0 Millionen. Welch Ergebnis, und noch immer ist es nicht vollkommen vorbei. Dabei hielt ich die 3,0 Millionen schon für utopisch.

Zu den Bildern

Ich muss sagen, dass ich mit den bisher präsentierten Bildern nicht wirklich warm werde, eines sogar eher ablehne. Ich erwarte mir sprühende Fantasie, dichtes Mittelaltergemenge und spannende Geschichten.

Was aber hat das präsentierte Kunstwerk damit zu tun? Eine riesige Amöbe und Herrscharen von Untoten, die einen Sockel erklimmen. Steht das für eines der ersten, heute eher hoffnungslos überzeichneten, Rollenspiele oder doch eher Diablo 3? Erweckt den Eindruck eines Kerkersammel-Spiels mit seichter Geschichte. Wobei die Amöbe nun dank einer Überarbeitungen in Teilen bei Aloth Verwendung findet, ein Hinweis?

Neue Cadegund-Konzeptzeichnung

Auch Cadegund und Forton konnten den Eindruck nicht wesentlich verbessern. Immerhin ist Cadegund mittlerweile historisch glaubwürdiger und behält nichts destotrotz ihre weibliche Ausstrahlung, was nichts daran ändert, dass sie für mich nicht zum Erhofften passen will. Int’ressant ist allerdings die Waffe und die damit einhergehende Stimmigkeit. Anders als von vielen – auch mir – bisher vermutet, war im Mittelalter längst nicht alles nur Bogen, Schwert und Pferd. Siehe u. a. auf Wikipedia. Forton wiederum wirkt wie ein altes Fossil, pergarment-artig. Allein vom Stil der Zeichnung alt, passt zu dem „Kunstwerk.“ Eine Karikatur?

Weltkarte Project EternityAls letzes erwähnenswertes Bild erscheint mir die Weltkarte. Ich selber int’ressiere mich für das Thema und habe mich auch schon ein paar mal an einer solchen versucht. Auch wenn diese Karte sicherlich noch nicht viel Eindruck vermitteln kann, so sind allein die farbliche Aufmachung und die gewählten Schriftarten stimmig. Was mir allerding auffiel sind die Flüsse. Ein spannendes Thema. Hier fällt auf, dass es mehrere Stellen gibt, an denen ein Fluss in seinem Verlauf eine Gabelung aufweist – von einem Lauf sich in zwei aufteilt. Ist so etwas möglich? Das ist es, aber eher unwahrscheinlich und nicht von Dauer, wenn nicht vom Menschen begünstigt. Ein Schnitzer oder volle Absicht?

Ist noch einem der mögliche Widerspruch des 4-Millionen-Dehnzieles aufgefallen? Erweiterung des Spiels mit eben jedem Taler, aber ebenso ein möglicher fortlaufender Entwickler-Kommentar im Spiel. Erinnert vor allem an DVDs. Den eigenen Spielverlauf aufzeichnen und anschließend mit Kommentaren anschauen?

Subjektiver Gruss

Temonis

P.S.: Dank der direkten Übertragung des Schlussspurtfestes, des übersteuerten Aufnahmegeräts und vor allem des begeisterten Heulers sollte, muss und erwarte ich darauf im Spiel eine Anspielung!

Und vor allem, wer war das?

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2 responses to “Glosse: Mein Rückblick auf das “Anstoßen” des “Vorhabens der Unendlichkeit””

  1. Rymosh says :

    Toller Artikel und sehr schöner Schreibstil. Ich freue mich schon auf weitere Artikel vom „Neuling“

    • temonis says :

      Danke, da freut sich mein Ego! Glossen wird es vermutlich nicht so viele geben, aber den ein oder anderen Kommentar wird es auch bei Neuigkeiten geben.

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